Zertifizierung nach DIN EN ISO/IEC 17024
Neben der öffentlichen Bestellung ist die Personenzertifizierung nach DIN EN ISO/IEC 17024 der zweite anerkannte Weg, besondere Sachkunde als Sachverständiger nachzuweisen.
Was die Norm regelt
DIN EN ISO/IEC 17024 ist eine internationale Norm, die Anforderungen an Stellen festlegt, die Personen zertifizieren. Sie regelt nicht das Fachwissen selbst, sondern wie unabhängig, nachvollziehbar und fair eine Zertifizierungsstelle prüft. Das macht die Zertifikate vergleichbar und belastbar.
Entscheidend ist die Akkreditierung: In Deutschland bestätigt die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS), dass eine Zertifizierungsstelle die Norm erfüllt. Ein Zertifikat einer nicht akkreditierten Stelle hat nicht dasselbe Gewicht – fragen Sie im Zweifel nach.
Ablauf der Zertifizierung
Der Weg beginnt mit einem Antrag, in dem Ausbildung und mehrjährige Berufserfahrung im Fachgebiet nachgewiesen werden. Es folgt eine Prüfung, die üblicherweise aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil besteht, häufig ergänzt um die Bewertung eigener Gutachten oder ein Praxisgutachten.
Das Zertifikat ist befristet – häufig auf fünf Jahre – und wird in dieser Zeit überwacht. Dazu gehören Nachweise über Weiterbildung und laufende Tätigkeit. Zum Ende der Laufzeit steht eine Rezertifizierung an, siehe Weiterbildung und Rezertifizierung.
Zertifizierung oder öffentliche Bestellung?
Beide Wege weisen besondere Sachkunde nach und werden von Gerichten anerkannt. Die öffentliche Bestellung erfolgt durch eine Kammer nach § 36 Gewerbeordnung und ist mit Vereidigung und Pflichten gegenüber Gerichten verbunden. Die Zertifizierung erfolgt durch eine akkreditierte Stelle und ist für Fachgebiete verbreitet, in denen es kein Bestellungsverfahren gibt.
Welcher Weg sinnvoll ist, hängt vom Fachgebiet und von Ihrer Zielgruppe ab. Einen Überblick über beide Wege gibt der Ratgeber Sachverständiger werden.
Woran Auftraggeber ein echtes Zertifikat erkennen
Seriöse Zertifikate nennen die Zertifizierungsstelle, das konkrete Fachgebiet, eine Zertifikatsnummer und die Gültigkeitsdauer. Viele Stellen führen öffentliche Register, in denen sich die Angaben prüfen lassen. Auf expertenbase.de wird das Zertifikat vor der Vergabe des Qualitätssiegels im Original geprüft.
Häufige Fragen
Eine internationale Norm mit Anforderungen an Stellen, die Personen zertifizieren. Sie sichert, dass die Prüfung unabhängig, fair und nachvollziehbar abläuft.
Beide gelten als belastbarer Nachweis besonderer Sachkunde und werden von Gerichten anerkannt. Sie unterscheiden sich im Verfahren und in den damit verbundenen Pflichten.
Üblich sind fünf Jahre mit laufender Überwachung. Danach ist eine Rezertifizierung erforderlich.
An der Akkreditierung durch die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) für die Personenzertifizierung im betreffenden Fachgebiet.
Weiterlesen
Öffentlich bestellt und vereidigt
Was der Titel bedeutet – und was er von anderen Nachweisen unterscheidet.
Ratgeber lesen →Zertifizierter Kfz-Sachverständiger
Welche Nachweise im Kfz-Bereich zählen – und was HU-Prüfer unterscheidet.
Ratgeber lesen →Qualitätssiegel für Experten
Was ein Siegel wirklich aussagt – und woran man seriöse Siegel erkennt.
Ratgeber lesen →Alle Experten-Ratgeber
Geprüfte Sachverständige finden
Qualifikationen, hinterlegte Nachweise und verifizierte Bewertungen – bundesweit, kostenlos für Auftraggeber.